WIR VERPASSEN – NICHTS AUßER UNS SELBST

Bin ich undankbar, wenn mir alles zu viel wird? Wenn von dem Wunderbar nur noch eine Wunde bleibt, die nach einer Auszeit zur Heilung schreit. 

Ein feuriges Herz in der Brust, weil sich alle Emotionen einbrennen. So schön auch jede einzelne ist, irgendwann will ich rennen. Möchte flüchten vor meinen Sehnsüchten, nicht genug vom Leben mitzubekommen! 

Ich weiß, es ist eine Gabe, dass ich diese Zeit auf der Erde habe. Doch ein Hingeben endet in einer Erschütterung vom Beben. Ich suche nach einer Balance, die mich immer aus dem Gleichgewicht bringt. 

Extreme sind wie eine Sucht, mit aller Wucht schießt das Blut durch die Adern. Ich fange an zu hadern – wo ist die Grenze zwischen Genuss und Überfluss? 

Die Zeit steht still und doch rast sie an mir vorbei. Ich kann den Sommer nicht leiden, jedes Jahr aufs Neue versetzt dieser mich in diese aggressive Euphorie. Ich verbrenne meine Seele in der Sonne, denn ich jage jeder Möglichkeit hinterher, etwas erleben zu müssen. Aber ich muss, ich bin innerlich getrieben vom Leben. Ich kann die Füße nicht einfach nur in den Pool halten, ich muss auch ins Meer springen und auf jeder Party tanzen. Das Internet ist voll mit Eindrücken aus den Hotspots – wer will das eigentlich noch sehen? Höchstens möchte man es selbst erleben, aber im Grunde langweilen wir uns nach so vielen Jahren Social Media doch schon selbst damit. So geht es mir zumindest. Ich wollte eine Pause nehmen, aber mein komplettes berufliches Standbein spielt sich online ab. Ein Abschalten ist unmöglich, ein Urlaub auch. Es geht immer weiter… Bevor die Ich-Perspektive nun schon wieder überhand nimmt, spreche ich nun zu euch. 

Wir sitzen nämlich im gleichen Boot. Wir alle haben einen Job, dem wir nachkommen müssen, wir alle haben einen Alltag, der unser Leben dominiert, wir alle teilen gerne die schönen Momente, da sie uns irgendwie präsentierbarer erscheinen. Ich meine, wer würde einen Post mit meiner Müslischale vor dem Laptop feiern, bei dem die Haferflocken definitiv zwei Runden in der Spülmaschine zum Abkratzen brauchen? 

Wir müssen uns immer wieder ganz bewusst diesem Social Media Raum entziehen. Einen Schritt zurücktreten. Das was wir dort sehen, wird auf einer Bühne dargestellt. Auch die „Instagram Reality“ ist inszeniert und gefiltert. Romeo und Julia hätten ohne roten Vorhang vielleicht auch nur halb so viel Dramaturgie zugeschrieben bekommen.

Wir fahren in die gleiche Richtung und zwar in die des Seelenfriedens. Den finden wir nicht, wenn wir schnell und gehetzt sind. 

Wenn wir es eilig haben, müssen wir langsam gehen. 

Es ist egal wie viele Spots wir diesen Sommer abklappern, es ist egal wie viele Feste wir feiern, es ist egal wie viele süße Beachlooks wir tragen. Alles um uns herum ist egal, wenn wir wissen, wo wir hingehören. Wir gehören dahin, wo unsere Seele ankommen kann, wo wir uns Zuhause und geborgen fühlen. Um dieses Gefühl zu erfahren, müssen wir uns Raum, Zeit und meistens viel mehr Ruhe geben als wir denken.

Meine Tipps, die mich immer wieder auf den Boden holen: 

  • Meine Playlists für die ich mir viel Zeit nehme. Musik berührt meine Seele und lässt mich von der Außenwelt abgrenzen. Die Energien von Menschen sind so intensiv. 
  • Mein Tagebuch. Ich nehme mir im Moment viel zu wenig Zeit dafür und schreibe nur dann, wenn alles überkocht. Wie viel schöner wäre es, wenn ich aus die positiven und ganz lapidaren Dinge auf Papier bringe, nur so kann ich mit dem Universum in einen produktiven und manifestierenden Austausch treten 
  • Mediation von Veit Lindau. Ich kann nicht mehr ohne diese! 
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1 Kommentar

  1. Tamina
    09/08/2021 / 21:48

    Tolle Bilder, bewegender Artikel, liebe Kimyana.

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