KULTURELLE BEWEGUNG: CANCEL CULTURE

Die Cancel Culture ist eine moderne Kulturbewegung, bei der Personen „gencancelt“ werden, die sich online sowie offline feindlich gegenüber Menschen, Gesellschaftsformen oder Themen zeigen. Diese Bewegung steht jedoch unter Kritik, da ihr vorgeworfen wird, die Meinungsfreiheit einzuschränken. Seit durch das Netz jeder zum Meinungsträger und -macher werden kann, werden hier schnell Grenzen überschritten. 

DAS POSITIVE AN DER BEWEGUNG 

Wir nehmen Strukturen in unserer Gesellschaft nicht mehr einfach hin, wie hinterfragen sie, wir kritisieren sie und wir demonstrieren gegen sie. Wir sind allgemein lauter geworden. Die Menschenwürde sollte unantastbar sein und dahingehend setzen wir uns ein. Wir canceln Plastik, weil dieses enorm unserer Umwelt schadet. Wir canceln Menschen, die sich rassistisch äußern. Wir canceln Firmen, die Profit über Menschenrechte stellen. 

Das Internet hilft, auf Skandale und unrechtes Handeln aufmerksam zu machen. Vorfälle gehen schneller um die Welt und können bei Menschen für ein Wissen sorgen, welches sie hinterfragen und schlussendlich aus ihrem Leben ausschließen. 

Es wird sich mit Kraft und einer Mehrheit für Minderheiten eingesetzt und Themen werden nicht vergessen bis sie auch vor dem Gesetz für Änderungen sorgen können. Um Beispiel bei Frauenquoten oder Gesetzen zur Abtreibung.

PROBLEME DIESER BEWEGUNG : CANCELN STATT REDEN

Die Cancel Culture ist zu einem Todschlagargument geworden. Jeder bekommt damit automatisch ein Recht auf eine ganz persönliche Wahrheit. Sei es Trump, der Nachrichten cancelt, weil er sie als Fake News betitelt, sei es Woody Allen, der aufgrund des Missbrauchs an seiner Adoptictochter gecancelt wird, für diese Tat gibt es jedoch keine Beweise. Aussage gegen Aussage und für ihn ein Ausschluss aus der Gesellschaft.

Lisa Eckhart ist Komikerin und wurde gecancelt, da ihr Antisemitismus in ihren Shows vorgeworfen wurde. Sie und auch Jan Böhmermann mussten erfahren, was es bedeutet, wie Satire zu einer politischen und moralischen Grundsatzdiskussion wurde. 

Die Cancel Culture ist zu einem Todschlagargument geworden. Jeder bekommt damit automatisch ein Recht auf eine ganz persönliche Wahrheit. Sei es Trump, der Nachrichten cancelt, weil er sie als Fake News betitelt, sei es Woody Allen, der aufgrund des Missbrauchs an seiner Adoptictochter gecancelt wird, für diese Tat gibt es jedoch keine Beweise. Aussage gegen Aussage und für ihn ein Ausschluss aus der Gesellschaft. Lisa Eckhart ist Komikerin und wurde gecancelt, da ihr Antisemitismus in ihren Shows vorgeworfen wurde. Sie und auch Jan Böhmermann mussten erfahren, was es bedeutet, wie Satire zu einer politischen und moralischen Grundsatzdiskussion wurde. Ebenso wird die Kultur als Gefahr zur Zensur gesehen. Wenn gewissen Gruppen eine Aussage nicht passt, wird die Person und ihre Aussage gelöscht. Ein kritisches Hinterfragen und Reflektieren bleibt dabei auf der Strecke. 

Relativismus wird zur Gefahr unseres Denkens und die Offenheit unseres Denkens wird eingeschränkt, da man sich kaum mehr wagt, eine Äußerung laut mitzuteilen. Hier muss man eben wieder an den Geist und Verstand appellieren, kritisch und konstruktiv eine Meinung zu äußern oder Hass, Hetze und das Ausschließen einer Minderheit damit zu provozieren und versuchen zu legitimieren. 

MEINE MEINUNG ZUM THEMA 

Den Artikel finde ich wichtig, da wir die Cancel Culture schon längst etabliert haben, aber möglicherweise nicht richtig verstehen. Es ist wichtig Bewegungen einzuordnen und ihnen nicht einfach blind zu folgen. Eine differenzierte Betrachtung gehört dazu, denn auch wenn die Löschkultur an sich einer positiven Intention unterliegt, sind die damit auftretenden Probleme doch nicht außer Acht zu lassen. 

In meinen Augen ist das auslöschen von Themen, Menschen und Diskursen tatsächlich eine Gefahr. Ein toxisches Verhältnis entsteht, wenn wir nur noch eliminieren statt diskutieren. Zum einen entsteht dadurch eine Haltung, dass eben Fehler leichter gemacht werden dürfen, denn zur Not „canceln“ wir einfach. Das führt natürlich auch dazu, dass sehr schnell verurteilt wird, wodurch Lösungsansätze und gemeinsame Wege keine Möglichkeit darstellen. 

Ich habe das Gefühl, durch das Internet wird alles zu einem Hype und Hypes sind für mich kurze Trends. Wenn das canceln also gehyped wird uns somit zu einem Trend hat die kulturelle Bewegung für mich wenig Substanz. Es wird an der Oberfläche gekratzt und nicht am tatsächlichen Problem gearbeitet. 

BUCHEMPFEHLUNG : QUO VADIS? 

Meinungsfreiheit – Quo vadis?: Jahrbuch Menschenrechte 2012/2013

Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit sind Ausdruck gesellschaftlicher Vielfalt und Bedingung demokratischer Verhältnisse: Zugang zu Information und die freie Äußerung sowie Verbreitung von Ansichten fördern den kritischen Diskurs und damit gesellschaftliche und politische Entwicklungen. Die Ausübung dieser Grundrechte ist aber auch mit Macht und Verantwortung verbunden: Monopole und Desinformation gefährden die Meinungsfreiheit ebenso wie staatliche Kontrolle und Einschränkung der Medien. Das aktuelle Jahrbuch befasst sich mit Formen, Gefährdungen und Chancen der Meinungsfreiheit, der Situation in ausgewählten Staaten sowie mit Struktur und Verantwortung von Medien; der Serviceteil informiert wie immer über aktuelle institutionelle Entwicklungen im Bereich der Menschenrechte.

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