RASIERKULTUR – DER WANDEL BIS HIN ZUR NACHHALTIGKEIT

Haarfrei sein, kein Haar am Bein und auch überall völlig rein – wann haben wir eigentlich damit angefangen, uns überall zu rasieren? Oder rasieren wir uns überhaupt noch an jeder behaarten Zone des Körpers? Das Thema erscheint mir endlos und für beide Geschlechter kommen wahrscheinlich gleich viele Fragen auf oder ist das Rasieren ein feministisches Thema?

Viele Fragen zu einer alltäglichen Sache, die wir wahrscheinlich selten hinterfragen. Daher habe ich mich mit der Rasierkultur beschäftigt und teile nun meine Erkenntnisse mit euch.

  • WARUM RASIEREN WIR UNS?
  • IST DIE RASUR EIN FEMINISTSICHES THEMA?
  • WELCHE BEREICHE RASIEREN WIR?
  • WIE RASIEREN WIR UNS?
  • MIT WAS RASIEREN WIR UNS?

Als die Pubertät anfing, war ich tatsächlich sehr besorgt, beim Rasieren einen Fehler zu machen. Zum einen weil ich mir ständig die Schienbeine mit der scharfen Klinge aufriss, die bis heute Narben hinterlassen habe und zum anderen, weil ich einfach nicht wusste, wo und in welchem Stil eine Rasur jetzt angemessen wäre.

Meine Mutter um Rat zu fragen, erschloss sich als unbefriedigend, denn sie hatte ein völlig anderes Verständnis von einer rasierten Ästhetik und meine Oma findet meine Generation sowieso total rückschrittlich. Sich die Haare abzurasieren unterliege einem elitären Gehorsam und lasse uns wie Kinder aussehen. Mit dem politischen Statement konnte ich zu dieser Zeit wenig anfangen und schaute mit meinem pinken Einwegrasierer in der Hand dumm aus der Wäsche. Schlussendlich steht die Pubertät ja für Rebellion und so orientierte ich mich an den Jungs und Mädchen aus der BRAVO und lies die Meinung der älteren Generation außer acht.

Ein Kommentar zu meinem Einwegrasierer sowie einer nachhaltigen und plastikfreien Alternative hätte ich jedoch damals schon geschätzt. Aber auch das Verwenden von bestimmten Rasieren gehört zu einer Kulturbewegung und von der kann man in Sachen Enthaarung auf jeden Fall sprechen.

WARUM RASIEREN WIR UNS?

Die erste Rasur führt ins alte Rom zurück. Dort war die erste Rasur als religiöses Ritual und bei dieser Feier gaben die Jungen ihr Kinderspielzeug auf. Der Junge galt danach als Erwachsener. Aber auch im alten Ägypten gehörte ein haarfreier Körper dem Schönheitsideal an. Ebenso zeigen griechische Vasenmalereien nackte, bis auf das Haupthaar völlig unbehaarte Menschen. Aufzeichnungen aus der Zeit um 590 v. Chr. belegen, dass Freudenmädchen geschminkt und an der Scham epiliert waren. Im frühen 18. Jahrhundert galt ein glatter Intimbereich als Zeichen für Jungfräulichkeit und Hingabebereitschaft.

Im Mittelalter wollte man durch die Enthaarung Hexen identifizieren. Man suchte nach Leberflecken, die der Teufel hinterlassen haben soll. War so eines zu sehen, wurden die “Hexen” nackt vor Gericht geführt, man meinte, ihnen so die Hexenkraft entnehmen zu können.

IST DIE RASUR EIN FEMINISTISCHES THEMA?

Das Rasieren hat auf jeden Fall einen politischen Beigeschmack und wird häufig von Aktivistinnen aufgegriffen. Es geht darum, sich eben genau von dieser Jungfräulichkeit und Hingabebereitschaft abzugrenzen, wenn sie denn patriarchalen Strukturen unterliegt. Charlotte Roches ist zum Beispiel bekannt für ihren feministischen Einsatz, den Frauen mehr Rechte einzuräumen. Ihr Zitat (siehe oben, Folie 01) ist dafür diplomatisch und nachvollziehbar ausgedrückt.

Ich tu mich immer schwer hier eine Position einzunehmen, denn haben Männer nicht auch ausreichend Fragezeichen, rasieren sich ihren Intimbereich, aus welchem Grund schlussendlich auch immer und werden nicht geküsst oder zum Bewerbungsgespräch eingeladen, wenn der Bartwuchs überhand nimmt.

Vielleicht habt ihr zu diesem Punkt ja eine stärkere Meinung? Schreibt sie mir gerne in die Kommentare.

WELCHE BEREICHE RASIEREN WIR?

Ich mache es kurz: wirklich ALLE! Oder eben nicht. Der Unterscheid ist deutlich an den Generationen und derer Kulturbewegungen zu erkennen. Die 69er Bewegung kann die kindliche abrasierten Intimbereiche absolut nicht nachvollziehen und die Generation Y hat noch nie darüber nachgedacht, dass der Busch zum Geschlechtsteil gehören könnte.

Auch das Alter macht hier einen Unterschied. Liest man heimlich in Zeitschriften nach, lässt man sich von Pornos beeinflussen oder redet man einfach offen mit seinen Freunden über mögliche Rasurtrends.

WIE RASIEREN WIR UNS? 

Trend ist ein gutes Stichwort in diesem Bereich und wird absolut von Kulturen beeinflusst. Andere Länder, andere Sitten auch im Bereich der Rasur. Der Artikel entsteht nun natürlich aus meiner westlich geprägten Sicht. Würden wir uns alle nackt begegnen, wäre das sicherlich eine bunte Mischung.

MIT WAS RASIEREN WIR UNS?

Haarfrei sein ist eine Reise, ich habe vom Waxing, Epilieren, Lasern, Enthaarungscreme oder stehen lassen wohl schon alles ausprobiert. Die weiterverbreitetest Methode der Haarentfernung ist eben das Rasieren.

Zum Rasieren brauchen wir selbsterklärend einen Rasierer. Hier erfährt die Industrie einen Wandel. Während sich Einwegrasierer und gelige Pads aus Gelatine auf dem Markt etabliert haben, sammelten sich all diese Abfallprodukte auf den Müllhaufen.

Wir Konsumenten fordern ein nachhaltiges Angebot und so habe ich schon von veganen Rasierern gehört und die Rasierhobel von Pandoo entdeckt. (Mit fifteenminfame10 spart ihr 10% auf alle Produkte)

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2 Kommentare

  1. Avatar
    Tamina
    28/10/2020 / 19:35

    Jetzt wo ich deinen Text lese, muss ich mich dringend wieder an meine Beine machen. Bin schon eine Weile auf der Suche nach einem schönen Rasierer und werde hier sicher bei Pandoo mal stöbern. Ich halte es da übrigens wie deine Oma. Ganz nackig geht bei mir auch nicht. Erinnert mich ebenfalls zu sehr an kleines Kind. Aber ansonsten liebe ich es gerne glatt. Im Sommer mehr als im Winter, da bin ich dann doch nachlässig.

    • Kim
      Kim
      Autor
      29/10/2020 / 17:21

      Liebe Tamina,

      stimmt, die Jahreszeiten kommen auch dazu. Wobei ich versuche, mich für mich zu rasieren und nicht nur dann, wenn es auch andere sehen. Ich fühle mich so auch selbst gepflegter und wohler. Außer die Bereiche, die man eben ganz bewusst “stehen lässt”.

      Danke für deine Meinung und die offenen Worte. Ich bin mir sicher, bei Pandoo findest du einen schönen Rasierhobel.

      xx Kimyana

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