EXPRESSIONISTISCHER WOHNSTIL: PANDEMIE ODER KANN DAS WEG?

Wir drücken uns selbst aus in jeder Sekunde, mit jeder Faser und darüber hinaus mit unserer Kleidung oder unserem Wohnstil. Sind wir zurückhaltend, orientieren wir uns an Trends oder greifen wir gerne auf Vergangenes mit Geschichte zurück? Seit ich mich mit mir selbst immer mehr auseinandersetze, merke ich, dass der Charakter des Expressionismus durch meine Adern fließt. In diesem Artikel werde ich aufklären, was ich damit meine. Was ist der Expressionismus und warum hängt ein Teil davon an meiner Wand, was hat der Künstler Egon Schiele damit zu tun und wo findet jeder genau die Wandbilder, die zur der individuellen Persönlichkeit passen? 

DER EXPRESSIONISMUS 

(aus dem lateinischen: expressio ‚Ausdruck‘)

In einer Gesellschaft gibt es schon immer Regeln und Systeme, damit das Miteinander irgendwie funktioniert. Jedoch geben nicht jedem Menschen diese Richtlinien ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit oder Lebenssinn. Im Gegenteil manch ein Charakter kommt ganz schön an seine Grenzen und verspürt eine Sehnsucht oder gar einen Zwang, über den Tellerrand blicken zu wollen. Der Wunsch ist heute viel selbstverständlich umsetzbar als um die Zeit zwischen 1905 bis 1925. Oder doch nicht? Zumindest nicht in einer Pandemie. Ähnlich wie nach dem ersten Weltkrieg sind die Möglichkeiten überschaubar und doch wird das großbürgerliche Leben vermehrt angestrebt. Auch wenn die Dankbarkeit für das Wesentliche am elementarsten ist – wir sind mehr als unsere Grundbedürfnisse.

Die Epoche des Expressionismus am Anfang des 20. Jahrhunderts steht für darstellerische ausdrucksstarke Aspekte. Künstler, Schriftsteller oder Musiker versuchten in ihren Werken, Erlebnisse darzustellen. Die Themen Krieg und Verfall, Angst und Weltuntergang waren die tonangebenden Motive der Epoche. Eines der wichtigsten Motive des Expressionismus ist die Großstadt und das damit verbundene Gefühl des Verlorenseins und der Anonymität. 

DIE EPOCHE DES AUSDRUCKS 

In meinen Augen begleiten den Expressionismus die gleichen Themen wie die Corona Pandemie: Entfremdung, Anonymität, Tod, Verfall, Weltuntergang, Reizüberflutung und Isolation. Es liegt viel Sehnsucht in der Luft. 

Aus einem inneren Wunsch nach dem Zusammensein, dem engen Miteinander, der furchtlosen Begegnung und der befreienden Ekstase im Nachtleben haben es genau zwei Motive an meine Wand geschafft. Zum einen hängt nun ein reproduziertes Bild von Egon Schiele über der Couch. Der berühmte Künstler prägt den Expressionismus und ermöglicht mit seiner Malerei Raum für Diskurse. Daneben Weinflaschen in einer kunstvoll ausgearbeiteten Collage. 

„Kunst kann nicht modern sein; Kunst ist urewig.“

Egon Schiele

Ich habe eine Faszination für den Österreicher, der die Schule abbrach, um an der Kunstakademie als jüngster Student mehr von der Kunst zu lernen. Da sein rebellischer Charakter meist mit den Professoren aneckte kam es, trotz wahnsinnigem Talent, nie zu einem Abschluss. Seine Einstellung glich der, für niemanden außer sich selbst zu arbeiten. Obwohl er Körper und Blumen mit gleicher Empathie auf dem Papier behandelte ist er doch als Darsteller der menschlichen Form am berühmtesten. 

Auch ich habe mich für eine Zeichnung entschieden, die zwei ineinander verschlungene Körper darstellt. Als Betrachter*in schaut man die Bilder an und fragt sich, wie man selbst zur Nacktheit steht. Schieles Kunst sorgt für eine emotionale Begegnung mit der Kunst und schlussendlich zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst. 

Genau diese Reaktion finde ich bei dem Ansehen, lesen oder hören von Werken so spannend. Was machen die Bilder oder Zeilen mit mir? Wie kann ich mich durch diese dargestellte Form selbst erkennen und mich einem Thema nähern oder mich davon distanzieren. 

WANDBILDER FÜR JEDE PERSÖNLICHKEIT 

Tatsächlich hat Posterlounge mich zu der Auseinandersetzung mit diesem Thema gebracht. Ich habe die Bilder an meiner Wand nicht mehr gefühlt, mein inneres Ich ist über diese hinaus gewachsen und ich war nach einem Jahr zwischen Lockdown und eingeschränkten Möglichkeiten trotzdem sehr weit gekommen. Ich habe die Zeit für mich und zum Reifen meiner inneren Haltung genutzt. Während ich also durch Posterlounge scrollte, blieb ich immer wieder bei der Kunst von Egon Schiele hängen. Ich schaute mir Dokumentationen über ihn an und stieß auf einem Umweg zufällig auf ein Table Book des Künstlers und kaufte es. 

Von diesem Bild ging alles weitere aus. Ich ergänzte den Wein zur rechten Seite. Gegenüber dieser Bilder hängen an meinem Sekretär Immanuel Kant und Berthold Brecht. Außerdem habe ich noch Paul Newman am Fotoapparat sowie das Schauspielehepaar Amanda Sharp und Steve McQueen in der Wanne aufgehangen. Mein Raum ist gefüllt von inspirierenden Persönlichkeiten, von Zeitgeschichte, Philosophie, Literatur und Film. Eben all dem, was mir einen tieferen Sinn im Leben schenkt und wovon so wenig während der Pandemie im Kulturleben ausserhalb des Screens in den eigenen vier Wänden stattfinden konnte.

Nehmt euch Zeit und kauft nicht einfach Bilder, die in jeder Wohnung hängen, denn dafür gibt es bei Posterlounge wirklich genug Auswahl. Seht es als Geschenk an, euch mit euch auseinanderzusetzen zu dürfen und zu verstehen, wer ihr seid und wie ihr dies zum Ausdruck bringen könnt. Natürlich nur, wenn ihr daran genau so viel Freude habt wie ich. Viel Spaß beim Stöbern. 

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17 Kommentare

  1. 22/02/2021 / 22:20

    Liebste Kimyana,
    ich war gespannt, wie du diese beiden Themen verknüpfen würdest und bin sooo begeistert, wie du es geschafft hast. Und ja, wenn ich erst einmal darüber nachdenke, kann ich deiner These zustimmen. Gerade der Gedanke “wer bin ich? Wer will ich sein?” ist mir in der aktuellen Situation schon oft gekommen. Sich mit dem eigenen ich auseinandersetzen und somit ganz bewusst seine eigene Wohnatmosphäre schaffen. So soll es sein und deine Kunstwerke sind grandios.

  2. 22/02/2021 / 23:45

    Liebe deine Beträge einfach, deine Art wie du schreibst, ist so toll und immer spannend! Ein toller Künstler übrigens auch:)
    Liebe Grüsse,
    Chantal

    • Kim
      Autor
      23/02/2021 / 11:30

      Liebe Chantal, ich freue mich total über dein Feedback. Es bedeutet mir so viel, wenn mein Schreibstil gefällt und inspiriert 🙂 xx Kim

  3. Ngoc
    23/02/2021 / 0:07

    Super schöner Beitrag und liebe die Bilder! Die Poster passen alle soo gut zusammen! Tolle Auswahl 😍♥️

    • Kim
      Autor
      23/02/2021 / 11:29

      Liebe Ngoc, vielen Dank für dein liebes Feedback. Ich freue mich, dass meine Auswahl so gut ankommt… sie ist ja doch speziell 🙂 xx Kim

  4. 08/05/2021 / 20:09

    Ich bin schon oefter auf Deinen Blog gesto&szel;en und fand die Beitraege immer super

  5. 09/05/2021 / 1:53

    Sehr informativer Beitrag, vielen Dank

  6. 11/06/2021 / 23:12

    Ich bin schon oefter auf Deinen Blog gesto&szel;en und fand die Beitraege immer super

  7. 15/07/2021 / 13:51

    Besten Dank fuer die wertvollen Infos

  8. 15/07/2021 / 23:09

    Ich bin schon oefter auf Deinen Blog gesto&szel;en und fand die Beitraege immer super

  9. 04/11/2021 / 21:03

    Ich bin schon oefter auf Deinen Blog gesto&szel;en und fand die Beitraege immer super

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